Gedanken unserer Hebamme Lilian Nowak

Für uns alle herrschen derzeit außergewöhnliche Umstände, aber für Schwangere und werdende Eltern vielleicht noch ein bisschen mehr.

Zuerst möchte ich, Familienhebamme Lilian Nowak, den derzeitigen wissenschaftlichen Stand der für Schwangere, Gebärende und Stillende gilt von der Seite des Robert Koch Instituts wiedergeben:

Vertikale Übertragung von der (infizierten) Mutter auf ihr Kind (vor und während der Geburt sowie über die Muttermilch): Es gibt nur wenige Studien, die diese Fragestellung untersucht haben (12, 16-23). Basierend auf den bisher vorliegenden wenigen Untersuchungen und Fallberichten aus China zu Immunreaktionen bei Neugeborenen (erhöhte Werte der IgM-Antikörper, die i. d. R. nicht transplazentar übertragbar sind) kann eine Übertragung im Mutterleib nicht ausgeschlossen werden (21-23). In den meisten Fällen zeigen die Kinder SARS-CoV-2-positiver Mütter nach der Geburt keine Krankheitszeichen (21). Bislang sind nur einzelne Fälle von Erkrankungen bei Neugeborenen beschrieben, die möglicherweise Folge einer Infektion im Mutterleib sind (23). Eine Übertragung auf das neugeborene Kind ist über den engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich. Bisher gibt es keine Nachweise von SARS-CoV-2 in der Muttermilch. Die Datenlage ist derzeit aber noch nicht ausreichend, um diese und andere Fragen zu COVID-19 in der Schwangerschaft sicher zu beantworten.

Das soll heißen, so genau weiß man es nach derzeitigem Wissensstand nicht.

Das verunsichert natürlich sehr und die Frauen und Familien müssen sich an andere Abläufe bei der Schwangerenvorsorge, in der Klinik und im Wochenbett gewöhnen.

Änderungen durch Corona:

  •     In viele Frauenarztpraxen können die werdenden Vätern nicht mehr zur Vorsorge mitkommen
  •     Es gibt keine Kreissaalführungen mehr
  •     Geburtsvorbereitungskurse finden gar nicht, oder online statt
  •     Schwangerschaftsgymnastik und Schwangerenschwimmen kann nicht stattfinden, somit ist auch Kontakte knüpfen, das Kennenlernen und der Austausch mit anderen Müttern ausgeschlossen
  •     Bei der Geburt sind die Hebammen und Ärzte in Schutzkleidung
  •     Auch auf der Wochenbettstation ist der Ablauf anders. Die Väter haben Besuchsverbot

Bei all den Einschränkungen gibt es doch auch positive Dinge zu berichten.

Derzeit entscheiden sich die Frauen vermehrt für eine ambulante Geburt, d.h sie verlassen zeitnah (in den ersten Stunden nach der Geburt ) das Krankenhaus. Voraussetzung ist natürlich, dass sie eine Nachsorgehebamme haben.

Ich beobachte, dass dadurch die Wochenbetten viel entspannter sind. Das Stillen klappt wesentlich besser. Die Mütter sind einfach nicht mehr dem Stress auf der Wochenbettstation ausgesetzt.

Es ist normalerweise so, dass, wenn man nicht gerade einen Familienzimmer ergattern konnte, die Mütter mit noch mindestens einer, meist jedoch zwei Frauen auf dem Zimmer liegen. Plus Baby und plus Besuch. Da kann es schon mal voll werden. Schwierig Ruhe zu finden.

Zuhause jedoch haben sie die Ruhe, auch weil momentan kein Besuch kommen sollte. Und genau das ist der nächste Vorteil. Die Familie kann in Ruhe zusammenfinden. Ohne Verpflichtungen, ohne "gute" Ratschläge!

Dadurch, dass viele im Homeoffice arbeiten, wird viel mehr Zeit miteinander verbracht, sowohl in der Schwangerschaft, als auch im Wochenbett.

Ich sehe jetzt schön gedeckte Tische, das heißt es finden wieder gemeinsame Mahlzeiten statt. Was ganz nebenbei ganz wichtig zur Beikostvorbereitung ist.

Ihr seht, dass die Zeit in der wir uns jetzt gerade befinden, auch ihre Vorteile haben kann.

Ich werde fortan zweimal wöchentlich einen kleinen Text auf die Internetseite der efa stellen. Sozusagen einen „Minihebammenblog“. Dort findet ihr Tipps, Anregungen und Informationen quer durch die Themen Schwangerschaft, Geburt, Stillen und Beikost.

Schaut gerne rein.

Analog zum offenen Treff für Mütter und Väter mit Babys im ersten Lebensjahr im Caféquatsch, der regulär immer donnerstags von 10:00 - 11:45 Uhr stattfindet, gibt es jetzt ein offenes online Elterncafè. Hier gehts zur Anmeldung.

Also macht es gut, bis die Tage

Eure Lilian

ISO 9001      Evangelische Stadtakademie Düsseldorf